Boden-Detailuntersuchung

Studie ermöglicht Blick in die Zukunft

Nachdem die bayerischen Behörden 2009 zu dem Ergebnis gelangten, dass eine Gefährdung der Bevölkerung durch die PFOA-Umwelteinträge im Raum Gendorf zwar nicht vorliegt, jedoch der Verdacht einer nachteiligen Bodenveränderung besteht, gab der Chemiepark GENDORF im Jahr 2010 eine detaillierte Bodenuntersuchung in Auftrag.

Mit der Untersuchung  betraut wurde ein unabhängiges, international renommiertes Umweltbüro, um  in einer umfangreichen Studie die behördlichen Untersuchungen zu ergänzen und zu vervollständigen. Diese Untersuchungen wurden durch ein Expertengremium der zuständigen Behörden eng begleitet. Die Kosten hierfür trug der Chemiepark GENDORF.

Die bisherigen Erkenntnisse bestätitgen die Aussagen der Behörden von 2009, dass eine Gefährdung der Bevölkerung durch die PFOA-Konzentration in Boden und Grundwasser nicht vorliegt. Allerdings deuteten die vorläufigen Ergebnisse der Grundwassermodellierung darauf hin, dass die Konzentrationen an PFOA im Grundwasser des Öttinger Forsts in den nächsten Jahren noch ansteigen werden. Die höchsten Konzentrationen werden nach der Modellrechnung in etwa 15 Jahren erreicht und eine signifikante Abnahme wird nicht vor 2050 erwartet.

Im Juni 2010 begann die Detailuntersuchung.. Mit maximalem Aufwand und höchster Genauigkeit widmeten sich die Ingenieure und Geologen nicht nur dem Status quo bei der Ermittlung von PFOA-Konzentrationen in Boden und Grundwasser, sondern richteten ihren Blick vor allem in die Zukunft. Hierfür stellten sie  ausführliche Modellrechnungen für das künftige Verhalten von PFOA-Konzentrationen im Grundwasser an. Bei der Modellierung wurde erstmals ein zweistufiges Transportmodell angewandt, das zum einen den Stofftransport vom Boden ins Grundwasser und zum anderen den Stofftransport im Grundwasserleiter berücksichtigt.

Die Detail-Untersuchung umfasste insgesamt drei Phasen:

  1. In der ersten Phase (2010) wurde der Gutachter ausgewählt, das vorhandene Datenmaterial ausgewertet sowie der Umfang der Detailuntersuchung festgelegt.
  2. In der zweiten Phase (Nov 2010 bis Ende 2015) wurden die Pfade Boden-Grundwasser, Boden-Mensch, Boden-Nutzpflanze untersucht. Hierzu fand die Beprobung und Analyse von Boden und Grundwasser sowie eine detaillierte Entwicklung  eines Grundwassermodells zur Prognose des Stofftransportes statt.
  3. In der dritten Phase werden die Daten ausgewertet und bewertet. Zusätzlich erfolgen auf dieser Basis eine behördliche Validierung der Modelle sowie eine behördliche Bewertung der Ergebnisse.

Hier einige bemerkenswerte Zahlen, die die Dimension der Untersuchung verdeutlichen:

  • 190 km² Untersuchungsgebiet
  • rund 600 Bodenanalysen an 160 Probenahmestellen
  • über 1000 Grundwasseranalysen an 120 Grundwassermessstellen
  • Tiefenhorizontierte Grundwasseruntersuchungen an 20 verschiedenen Stellen
  • Auswertung von 110 Bohrprofilen mit Tiefen zwischen 3,5 m und 53 m zur Untersuchung der geologischen Gegebenheiten im Untersuchungsgebiet; insgesamt kamen 13.454 Bohrlochmeter zur Auswertung
  • Langzeitzeit-Untersuchungen über sechs Jahre hinweg

Wissenschaftler aus den USA und Deutschland arbeiteten an der Detailuntersuchung mit.

Eng begleitet wurde die Detailuntersuchung auch von einem Expertengremium aus:

  • Landratsamt (LRA) Altötting
  • Wasserwirtschaftsamt (WWA) Traunstein
  • Bay. Landesamt für Umweltschutz (LfU) mit mehreren Referaten
  • Regierung von Oberbayern (ROB)
  • Bay. Landesanstalt für Landwirtschaft
  • Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
  • Bay. Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz
  • Umweltgutachter
  • Nationale und internationale Umweltexperten
 
Zahlreiche morphologische Skizzen unterstützen   

die Erstellung eines Grundwassermodells.

Bohrkernkisten zur Untersuchung der Bodenschichten.

Das Foto zeigt die oberen 6 m eines Bohrprofils.

   
Tiefenhorizontierte Beprobung von Grundwasser.  

Tiefe Bohrung zur Beprobung der Bodenhorizonte

sowie zur Errichtung einer Grundwassermessstelle

 

Da die höchsten PFOA-Konzentrationen im Grundwasser des Öttinger Forsts erst in etwa 15 Jahren zu erwarten sind, ist vorausschauendes Handeln erforderlich. Im Schulterschluss mit der Wasserwirtschaft wurde daher frühzeitig die Aktivkohlefiltration als die geeignete Lösungen gewählt, um möglichen Leitwertüberschreitungen für Trinkwasser in der Zukunft zu begegnen.

Für eine schnellstmögliche Klärung der Situation unterstützte der Chemiepark GENDORF mit eigenem Know-how und Ressourcen als auch mit der finanziellen Absicherung entsprechend zielführender Lösungen.

Dr. Bernhard Langhammer, Geschäftsleiter der Infraserv Gendorf: „Der Chemiepark GENDORF sieht sich als Partner der Region und als solcher stellen wir uns der Verantwortung, die damit einhergeht. Uns ist wichtig, transparent zu informieren und vorsorglich zu handeln, um frühzeitig in Zusammenarbeit mit Behörden und kommunalen Einrichtungen zu einer Lösung beizutragen.“