PFOA - Historie

PFOA - Historie

Zur Produktion von Fluorpolymeren, die zu den Hochleistungskunststoffen zählen, wurde auch im Werk GENDORF (damals Hoechst) ab Ende der 60er Jahre Perfluoroctansäure (PFOA) als Hilfsstoff (Emulgator) verwendet. Der damalige Einsatz von PFOA entsprach dem damaligen  Stand der Technik und wurde weltweit so praktiziert. In dieser Zeit wurde der Freisetzung von Substanzen wie PFOA, die lange in der Umwelt verbleiben und so über Lebensmittel in den Menschen gelangen können, keine Bedeutung beigemessen. Des Weiteren existierten noch keine Messverfahren, um diese Stoffe in der Umwelt nachzuweisen. Erst im Laufe der 80er Jahre wurden Analyseverfahren angewandt und schließlich verbindliche Auflagen für die Industrie eingeführt.

Gendorfer Spezialisten begannen frühzeitig, Technologien zur Rückhaltung von PFOA zu entwickeln und ab 2000 zu installieren. Diese vorausschauenden Umweltmaßnahmen im Chemiepark GENDORF gewährleisteten, dass die stetig strenger gewordenen behördlichen Abwasser- und Abluftgrenzwerte sicher unterschritten werden konnten. Außerdem wurde nach einer Alternative gesucht, so dass bereits 2008 im Chemiepark Gendorf die Verwendung von PFOA beendet werden konnte.  Die Ursache der heutigen Funde von PFOA in der Umwelt liegt also viele Jahre zurück.

Die Behörden kamen 2009 zu dem Ergebnis, dass eine Gefährdung für die Bevölkerung im Landkreis Altötting durch PFOA-Umwelteinträge nicht besteht. Allerdings konnte bei Untersuchungen der Verdacht einer nachteiligen Bodenveränderung nicht komplett ausgeräumt werden. Der Chemiepark hat deshalb 2010 zur Ergänzung und Vervollständigung der behördlichen Analysen ein unabhängiges und international renommiertes Umweltbüro mit weiteren Detailuntersuchungen beauftragt. Es begann in enger Zusammenarbeit mit den Behörden (darunter Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Wasserwirtschaftsamt Traunstein, Bayerisches Landesamt für Gesundheits- und Lebensmittelsicherheit, Landratsamt Altötting)  eine Bodenuntersuchung und die Erarbeitung eines Grundwassermodells. Die vorläufigen Ergebnisse des Stofftransportmodells im Grundwasser wurden im Spätsommer 2016 den Behörden zur weiteren Validierung und zur  behördlichen Bewertung zur Verfügung gestellt.

Die bisherigen Erkenntnisse bestätigen die Aussagen der Behörden von 2009, dass eine Gefährdung der Bevölkerung durch die PFOA-Konzentration in Boden und Grundwasser nicht vorliegt. Allerdings deuten vorläufige Ergebnisse der Grundwassermodellierung darauf hin, dass die Konzentrationen an PFOA im Grundwasser des Öttinger Forsts in den nächsten Jahren noch ansteigen werden. Weitere Informationen zur Bodenuntersuchung finden Sie hier.

Die bisherigen Erkenntnisse bestätigen die Aussagen der Behörden von 2009, dass eine Gefährdung der Bevölkerung durch die PFOA-Konzentration in Boden und Grundwasser nicht vorliegt. Allerdings deuten vorläufige Ergebnisse der Grundwassermodellierung darauf hin, dass die Konzentrationen an PFOA im Grundwasser des Öttinger Forsts in den nächsten Jahren noch ansteigen werden. Weitere Informationen zur Bodenuntersuchung finden Sie hier.
Bezüglich der PFOA-Thematik arbeitet der Chemiepark GENDORF eng mit den für die Wasserwirtschaft zuständigen Behörden sowie kommunalen Trinkwasserversorgern zusammen. Im März 2017 verständigte man sich für die Brunnen im Öttinger Forst auf die Aktivkohlefiltration als die geeignete Lösung, um den Leitwert sicher unterschreiten zu können.